Der „Udonaut und seine Paniker“ verjagten den Regen

Der Kultursommer auf der Glockenspitze nimmt Fahr auf: Der „Udonaut und seine Paniker“ holten den Sound von „Panikrocker“ Udo Lindenberg höchstpersönlich nach Altenkirchen – und stillten damit den eigenen Hunger auf Live-Auftritte ebenso wie den Appetit des Publikums.

Fotos: Wolfgang Rabsch

Altenkirchen. Bevor die Band losgelassen wurde, begrüßte Helmut Nöllgen die zahlreich erschienenen Fans auf dem wunderschön hergerichteten Areal an der Glockenspitze. Wie bei allen Besuchern gingen die Blicke immer wieder hoch zu den dunklen Wolken, die sich bedrohlich über dem Festgelände zusammenbrauten. Vorab, Helmut Nöllgen sollte mit seinem Appel an die Wettergötter Recht behalten: Während des gesamten Konzertes fiel kein Tropfen auf die Häupter der Besucher.

Das Konzert von „Udonaut und die Paniker“ hatte es dagegen in sich: Von der ersten Sekunde an spürte jeder im Publikum, dass die Band die über die lange Wartezeit aufgestaute Energie und Power abarbeiten wollte. Es gab kein langes Vorspiel, Schlag auf Schlag knallten die Musiker Hit auf Hit in das Publikum. Es ist selten der Fall, dass der Funke bei einem Konzert sofort auf die Besucher überspringt, doch hier war das der Fall.

Im Gespräch mit dem „Udonauten“
Bevor es für die Panikrocker aus Hamburg auf die große Bühne auf dem Gelände des Kultursommers bei der Glockenspitze in Altenkirchen losging, hatte der AK-Kurier die Möglichkeit, mit Dominik Feist zu sprechen. Er ist die Stimme der Band und schlüpft auf der Bühne in die Rolle des Udo Lindenberg.

In der Zusammenfassung erklärte Dominik Feist, was die Fans auf der Homepage der Band lesen können: „Uns inspiriert das Schaffen Udo Lindenbergs. Aus seinen Songs spricht ungefiltert menschliche Wärme, tiefer Respekt und politische Haltung. Sein Werk ist stilistisch unglaublich facettenreich, die Songs so unterschiedlich in ihrer musikalischen Sprache, und doch sind sie alle echt.

Udo Lindenberg ist die wahrscheinlich unberechenbarste musikalische Konstante in unserem Sprachraum. Er macht seit 50 Jahren auf Irrwegen unbeirrt sein Ding, er inspiriert uns, er rührt uns, wühlt uns auf und wir werden beim Hören und Spielen seiner Musik auf magische Weise irgendwie Teil seiner großen Panik-Family.“ Die Zeit während der Pandemie beschrieb Dominik, der „Udonaut“ wie folgt: „Es war ganz schlimm, wir brauchen den Kontakt zum Publikum wie die Luft zum Atmen. Wir haben zwei Live-Stream-Konzerte durchgeführt, doch das war kein Ersatz für unsere Live-Konzerte. Darum brennen wir heute für unseren ersten Auftritt nach eineinhalb Jahren Abstinenz hier in Altenkirchen.“


Begeistertes Publikum

Auch das Publikum hatte offenbar einen starken Nachholbedarf an Live-Konzerten, fast jeder Song wurde mitgesungen, alsbald sah man die ersten Besucher tanzen, jeder Song wurde enthusiastisch gefeiert. Zweieinhalb Stunden begeisterte die Band mit einem regelrechten Stakkato der größten Udo Lindenberg-Hits. Hier ist eine kleine Auswahl, weil unmöglich alle Hits aufgeführt werden können: „Ich mach´ mein Ding“, „Ich lieb´ Dich überhaupt nicht mehr“, „Und dann knallst du in mein Leben“, „Cello“, „Hinterm Horizont“, „Andrea Doria“, auch der „Sonderzug nach Pankow“ wurde gestartet.

Zu keiner Sekunde des Konzertes kam Langweile auf, da die Band geschickt harten Rock mit einfühlsamen Balladen mixte. Hielt man noch gerade bei „Das Leben“ (Duett von „Udonaut“ und Jasmin Antic) sich an den Händen und bekam Gänsehaut, wurde man danach von hammerharten Rock bei „Rock´n´Roller“ aus allen Träumen gerissen. Bei Liebesliedern wie „Das Mädchen aus Ostberlin“ und „Durch schwere Zeiten“ wurden Feuerzeuge und Handys hochgehalten, es war wie ein unsichtbares Band zwischen Band und Publikum, eine Symbiose.

Quelle. Kurier Altenkrichen

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